Aktuelles

 

70 Jahre LandFrauenVerband Schleswig-Holstein

Neumünster (sko). Der Landes-Landfrauen-Verband feiert in diesem Jahr seinen 70. Geburtstag. Gegründet wurde der Verband von Cäci Krey, die zuvor bereits den Wilstermarsch-Verband organisiert und im Kreis Steinburg den Vorsitz innehatte. Unter dem Motto „Wir feiern gemeinsam mit Kopf, Herz und Stimme“ wurde beim diesjährigen Landes-Landfrauen-Tag in Neumünster das Ereignis mit einem bunten Programm begangen. Im Foyer der Holstenhallen präsentierten alle zwölf Kreis-Landfrauenverbände ihren Landkreis und zeigten die Vielfalt der Landfrauenarbeit.

Steinburger LandFrauen
Steinburger LandFrauen

Aus dem Kreis Steinburg beteiligten sich Kunsthandwerker mit Beton- und Holzarbeiten, das Landfrauenkochbuch stand zum Verkauf und die Meierei Möllgaard aus Hohenlockstedt bot unter anderem ihren Wacken-Käse an.

Steinburger LandFrauen
Steinburger LandFrauen

Zum vierten Mal moderierte Jan Malte Andresen vom NDR die Veranstaltung und stand der neuen Landfrauen-Präsidentin Ulrike Röhr zur Seite, die nach ihrer Wahl im März erstmalig vor den zirka 1800 Frauen und Gästen sprach.

Landtagspräsident Klaus Schlie fand es als besonderen Höhepunkt seiner 5-jährigen Amtszeit, vor den Landfrauen zu sprechen. „Mit den Landfrauen ist immer zu rechnen, die reden nicht, die packen an.“

Anja Stark und Maren Ahrens
Anja Starck (Steinburg) und Maren Ahrens (Pinneberg)

Die Festredner Dr. Daniel S. Scholz vom Institut für Musikphysiologie und Musiker-Medizin an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover sowie Dörte Inselmann von der Stiftung Kulturpalast Hamburg referierten über die Wirkung von Musik auf das Gehirn und die Verbindung von Musik und Glück, bzw. stellte Dörte Inselmann die musikalische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen aus Problemfamilien vor. Die wohl weiteste Anreise hatte der Landfrauenchor von Föhr, der für die Inseln stand und im lila-Outfit neue und alte Lieder zu Gehör brachte. Der Chor Fliekemas der Stiftung Mensch aus Meldorf war schon zum zweiten Mal in Neumünster dabei und sorgte ebenfalls mit bekannten Hits für Unterhaltung, hatte aber einiges umgetextet. Südamerikanisches Flair brachte die Mehrgenerationen Pas Brass Band aus dem Kreis Schleswig-Flensburg nach Neumünster.

 
 

Abendveranstaltungen für berufstätige Frauen

Heiligenstedten (sko). Der Kreis Landfrauenverband Steinburg hielt im Gasthof „Zur Erholung“ in Heiligenstedten seine Jahreskonferenz ab. Dazu begrüßte die Vorsitzende Martina Greve die Vorstände aus allen zehn angeschlossenen Ortsvereinen. Sie rief dazu auf, Landfrauenarbeit interessant zu gestalten und neue Wege zu gehen. „Legen Sie auch Veranstaltungen auf den Abend, um jungen berufstätigen Frauen die Möglichkeit zur Teilnahme zu geben.“ Martina Greve freute sich, mit Birte Oesau aus dem Verein Krempermarsch den Kreis Steinburg im Landesverband vertreten zu wissen. Birte Oesau hatte im März den Posten der Beisitzerin im Landesvorstand übernommen.

Doris Olschewski legte den Jahresbericht vor und gab eine Übersicht über die Veranstaltungs-Highlights im Kreis. Im vergangenen Jahr waren 2384 Frauen in den noch elf Ortsvereinen organisiert, es wurden insgesamt 216 Veranstaltungen mit 7693 Teilnehmern durchgeführt. „Leider mussten wir uns zum Jahresende von einem Ortsverein verabschieden, ich hoffe, die 150 Mitglieder sind in anderen Landfrauengruppen untergekommen“, erklärte Martina Greve.

In diesem Jahr wird sich der Kreisverein an einigen Jubiläen beteiligen und präsentieren. So findet am 17. Mai der Landeslandfrauentag in Neumünster statt, gefeiert wird das 70. Bestehen vom Landesverband. Der Kreis Steinburg feiert ebenfalls seinen Geburtstag und die Landfrauen werden am 1. Juli im Muschelsaal im Kreishaus neben Informationen zum Verein den „Steinburger“ mit regionalen Spezialitäten anbieten.

Mit einem Glücksrad und Marmeladenverlosung treten die Landfrauen am 23. September beim Stadtjubiläum in Glückstadt an. Gemeinsam mit der Norddeutschen Rundschau wird in den Sommerferien wieder auf Sonderseiten die Rezeptserie vom letzten Jahr fortgesetzt. „Wir sind oft begeistert darauf angesprochen worden und wollen weiter machen“, erklärte Martina Greve. Sie nutzte die Sitzung, um ausgeschiedene Vorstandsdamen mit Blumen zu verabschieden und als Handtaschenmitglieder zu begrüßen.

Martina Greve überreichte Blumen an die ausgeschiedenen Vorstandsdamen Frauke Franzenburg und Silke Wille vom Ortsverein Wilstermarsch sowie Carola Stücker vom Verein Wacken

Foto, sko: Martina Greve überreichte Blumen an die ausgeschiedenen Vorstandsdamen Frauke Franzenburg und Silke Wille vom Ortsverein Wilstermarsch sowie Carola Stücker vom Verein Wacken

 
 
Geschlechtergerechte Bezahlung beugt der Altersarmut von Frauen vor
 

Heiligenstedten (sko). Der Kreis Landfrauenverband Steinburg startete mit fröhlicher Musik und ernsten Informationen in das Frühjahr. Im Gasthof „Zur Erholung“ in Heiligenstedten erwartete die Teilnehmerinnen nach einer musikalischen Begrüßung durch die Wilstermarschdeerns Inge Wachs, Gaby Rave und Inge Kracht ein Frühstück mit angeregten Gesprächen.

Die Wilstermarschdeerns unterhielten mit Musik
Die Wilstermarschdeerns unterhielten mit Musik

Im Anschluss erklärte die Equal Pay-Beraterin Freya Matthießen, wie es um die Altersarmut der Frauen bestellt ist. Am 18. März fand der Equal Pay Day 2017 statt. Ab diesem Tag verdienen Frauen in Deutschland Geld, während Männer bereits ab dem 1. Januar Geld für ihre Arbeit kriegen. Das ist die sogenannte Gender Pay Gap, die Lohnlücke, umgerechnet in Tagen. Laut Statistischem Bundesamt beträgt die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern 21 Prozent, auf dem Land sind es noch zehn Prozent mehr. Das bedeutet bei der Altersrente einen Unterschied von 60 Prozent gegenüber den Männern.

die Equal Pay-Beraterin Freya Matthießen erläuterte das Lohnungleichgewicht
Die Equal Pay-Beraterin Freya Matthießen erläuterte das Lohnungleichgewicht

Freya Matthießen ließ sich zu einer von 13 Equal Pay-Beraterinnen ausbilden und versucht, Frauen zum Umdenken zu bewegen. Jede zweite Ehe wird geschieden und den Frauen gbleibt oft nur der Gang zum Sozialamt. „Je höher die Qualifizierung, je höher ist der Unterschied in der Lohntüte, wir müssen aufpassen“, warnte Matthießen. Sie erläuterte anhand von Fallbeispielen die Situation von Frauen in der Arbeitswelt. Frauen werden seltener befördert, da ihnen unterstellt wird, nicht lange in einem Unternehmen zu bleiben, Teilzeitkräfte werden oft von Fortbildungen ausgeschlossen. „Der Fahrer einer Reinigung, der die Schmutzwäsche aus einer Pflegeeinrichtung abholt, erhält nicht nur mehr Lohn als die Pflegerin, sondern auch zusätzlich Zulagen für schwere und schmutzige Arbeit.“

Auch heute noch ist das geschlechterspezifische Rollenbild fest verankert und Frauen müssen lernen, nicht immer 150-prozentig sein zu müssen. „Stehen Sie zu ihren Fähigkeiten und Leistungen und fordern Sie Gehaltserhöhungen und Zulagen“, forderte Freya Matthießen auf. Nur zehn Prozent der berufstätigen Frauen haben keine Erwerbsunterbrechung, sondern trotz Kinder und Familie durchgearbeitet. „Denken Sie zukunftsorientiert, trotz Teilzeit und geringerem Lohn sind die Möglichkeiten zum Wiedereinstieg in Vollzeit größer, als nach einer Erwerbspause, die oft jegliche Chancen ausbremst.“ Mehr Informationen gibt es im Internet auf der Seite des Deutschen Landfrauenverbandes, unter www.equalpayday.de oder www.lohn-gleichheit.de.

Nach den eher ernsten Denkanstößen für eine gerechte Bezahlung und zur Vorbeugung von Altersarmut, führten die „Tanzmäuse aus Brokdorf“ unter der Leitung von Elena Meier den Frühling von der Vogelhochzeit bis zum Schlüpfen der Küken auf.

die Tanzmäuse aus Brokdorf erfreuten mit Gesang und Tanz

die Tanzmäuse aus Brokdorf erfreuten mit Gesang und Tanz
Die Tanzmäuse aus Brokdorf erfreuten mit Gesang und Tanz

Durch den Vormittag führten die Kreisvorsitzende Martina Greve sowie Waltraud Schümann und Stefanie Krey aus dem Vorstandsteam. Sie dankten den Akteuren und der Erholungs-Mannschaft für die nette Bewirtung.

Fotos und Text: Sabine Kolz

 
 
Führungswechsel auf Landesebene

Kiel (sko). Der Landfrauenverband Schleswig-Holstein veranstaltete im Kieler Schloss seine Vertreterinnenversammlung, bei dem die Abordnungen von 176 Ortsvereinen Ulrike Röhr (Kreis Stormarn) zur neuen Präsidentin wählten. Nach 30 Jahren Vorstandsarbeit, davon acht Jahre als Landes-Vorsitzende, trat Marga Trede nicht mehr zur Wahl an. Die Delegierten stimmten für die bisherige Vizepräsidentin, an deren Seite jetzt das ehemalige Präsidiumsmitglied Claudia Jürgensen (Kreis Schleswig) als Stellvertreterin steht. In das Präsidium rückte außerdem Petra Fahje (Kreis Segeberg) nach, Petra Poethke (Kreis Pinneberg) wurde als Präsidiumsmitglied und Sylke Messer-Radtke (Kreis Schleswig) als Beisitzerin bestätigt, Birte Oesau (Kreis Steinburg) als neue Beisitzerin gewählt.

„Landfrauenarbeit macht Freude“, begrüßte die neue Präsidentin zum anschließenden Landfrauenforum am Weltfrauentag. Unter den Gästen Ministerpräsident Torsten Albig, die Präsidentin des Deutschen Landfrauenverbandes Brigitte Scherb und der Präsident der Landwirtschaftskammer Claus Heller. „Chancengerechtigkeit ist das Motto des Landfrauenjahres und wir haben zum 70. Geburtstag unseres Verbandes sieben Thesen erarbeitet, die wir aber nicht an die Tür des Landeshauses genagelt haben“, führte Ulrike Röhr weiter aus. Das Präsidium stellte die Landfrauen-Thesen vor und überreichte jedem Festredner eine Abschrift.

Im Einzelnen stehen unter der Überschrift „LandFrauenVerband – Land. Frauen. Ehrenamt.“ zum Thema Land:

  1. Chancengerechte Infrastruktur im ländlichen Raum;
  2. Nachhaltige Daseinsvorsorge im ländlichen Raum;
  3. Akzeptanz, Erhalt und Wertschätzung einer zukunftsfähigen Landwirtschaft in Schleswig-Holstein.
  4. Zum Thema Frauen: Entgeltgleichheit für Frauen und Männer;
  5. Motivation von Frauen zur aktiven Gremienarbeit;
  6. Hauswirtschaft als zukunftsweisende Kompetenz für Gesundheit und Verbraucheraufklärung.
  7. Das Thema Ehrenamt steht für: Anerkennung und Wertschätzung aller Ehrenamtlichen und ihrer Leistung.

„Das Landfrauenforum ist so wundervoll prachtvoll, ich habe mir den Termin ergaunert, auch, um mich bei Marga Trede zu bedanken“, erklärte Torsten Albig. Bei seinem ersten Zusammentreffen mit Landfrauen war er „Schubladen voll Vorurteilen beladen.“ „Bäuerinnen mit Kopftuch und Kittel, wie meine Oma. Dann kam Marga Trede in die Staatskanzlei.“ Sie und ihre Mitstreiterinnen haben das alte Bild weggewischt. „Danke, dass sie mich an die Hand genommen und mir die moderne Landfrau gezeigt haben.“ Torsten Albig lobte die Arbeit der größten Lobbygruppe im Land und erklärte, dass viele Ställe ohne GPS und Bigdata gar nicht denkbar wären. „Glasfaser beginnt nicht in urbanen Räumen, sondern schon lange im ländlichen Raum. Ich habe gelernt, dieses Thema voranzubringen.“ Der Ministerpräsident betonte, dass Landfrauen heute nicht mehr nur Bäuerinnen sind, sondern aus allen Berufen und Schichten kommen. „Diese Vielfalt macht sie stark und unüberhörbar, mit einem Gefühl dafür, wie sie am meisten erreichen.“

„Wir sind die Bindeglieder zwischen Stadt und Land, was wären die Dörfer ohne die Frauen und ihre innovativen Ideen“, fasste Brigitte Scherb die Arbeit der Landfrauenverbände zusammen. Noch nie waren die Voraussetzungen so gut wie heute, noch nie waren so hochqualifizierte Frauen am Werk, die selbstbewusst ihr Wissen und Organisationstalent einsetzen. Über 170 Otstvereine in Schleswig-Holstein mit zirka 34000 Landfrauen sowie die Wertschätzung durch die Vielzahl an Ehrengästen sprechen für sich. Scherb mahnte aber auch die Politik, nicht zu viel an das Ehrenamt abzuschieben.

Der Landesverband nutzte die Veranstaltung, um die ehemaligen Ortsvereinsvorsitzenden zu verabschieden und ihre Nachfolgerinnen zu begrüßen. Ebenso wurden die ausgeschiedenen Kreisvorsitzenden für ihre Arbeit und die Absolventinnen von „Fit und Engagiert“ geehrt. Insgesamt gab es zwanzig Mal einen Wechsel im Vorstand und die neuen Vorsitzenden erhielten den „grünen Ordner“, einen Leitfaden zur Vereinsführung.

Kammerpräsident Claus Heller las seine Grußworte mit einer Landfrauenbrille aus der Handtasche von Marga Trede. „Das macht die Landfrauen aus, immer eine Lösung parat.“ Frauen spielen auf den Höfen die zentrale Rolle, sind selbst oft erfolgreiche Unternehmerin, die außerdem die Familie zusammenhalten und sich um die Auszubildenden im Betrieb kümmern, erläuterte Heller den Stand der heutigen Bäuerinnen. „Ich verabschiede mit Marga Trede eine wunderbare Frau, die an der Spitze der Landfrauen viel bewegt hat.“ Sie sei immer einen Schritt schneller gewesen, als alle anderen Verbände. „Wo wir an die Tür klopften, war sie schon da.“

Zum Abschied von Marga Trede überreichte Martina Greve, Vorsitzende vom Kreis Steinburg stellvertretend für alle Landfrauen, ein Erinnerungsbuch mit Bildern und guten Wünschen aus der Trede-Amtszeit.

Martina Greve (li) und Marga Trede
Martina Greve (li) und Marga Trede

Marga Trede hatte im Vorwege um keine Geschenke gebeten, freute sich dann aber doch über einen eigentlich vergriffenen „Schimmelreiter“ vom Geschäftsstellen- Team, einem Präsentkorb von den Botschafterinnen heimischer Produkte und einer Kuscheldecke, die eine Honigwabe mit Biene (dem Landfrauen Logo) darstellt, vom neuen Präsidium. Mit stehenden Ovationen wurde sie, unter Nutzung von Papp-Klatschen und Handylichtern, aus ihrem Amt entlassen.

Das Auditorium benutzte Klatschten und Handylichter zum Abschied von Marga Trede
Das Auditorium benutzte Klatschten und Handylichter zum Abschied von Marga Trede

Marga Trede sagte zum Abschied einfach nur „Danke“
Marga Trede sagte zum Abschied einfach nur „Danke“

Das Schlusswort hatte Claudia Jürgensen, die auf den 70. Geburtstag des Landesverbandes hinwies und zur Feier während des Landes-Landfrauen-Tages am 17. Mai in Neumünster einlud.

Fotos und Text: Sabine Kolz

 
 

KreisLandFrauenTag 2016

Heiligenstedten (sko). „Hopp, hopp, hopp, in‘ Schwiensgalopp – de Landfruun kreegen veel torecht.“ – „Schalalalala – für Frauen ist das alles kein Problem.“ Zum Abschluss des Kreisladfrauentages Steinburg brachten „Die Girlies“ aus Nutteln auf den Punkt, was die Kreisvorsitzende Martina Greve bei ihrer Begrüßung bereits sagte: „Es lohnt sich Landfrau zu sein, zu bleiben und auf jeden Fall zu werden.“

KreisLandFrauenTag 2016
v.li. Maren Ahrens, Martina Greve, Marga Trede, Irmgard Fleig, Karin Greve

Fast 200 Landfrauen hatten sich auf dem Saal vom Gasthof Zur Erholung eingefunden. Neben der Präsidentin Marga Trede und den Kreisvorsitzenden Irmgard Fleig (Dithmarschen), Maren Ahrens (Pinneberg) sowie Karin Greve (Rendsburg/Eckernförde), waren auch Landrat Torsten Wendt, MdL Hans Jörn Arp, Gerd Vock vom Bauernverband und Hans-Jürgen Schröder von der Landwirtschaftskammer unter den Gästen. Ausrichter war der Ortsverein Wacken und außer Hobbykünstlerinnen, die ihre Kunsthandwerk-Artikel präsentierten, stimmte der Gemischte Chor Wacken mit einem bunten Liederreigen auf den Nachmittag ein.

KreislandfrauenTag 2016
"Die Girlies“ aus Nutteln

Hans Jörn Arp lobte in seinem Grußwort die Landfrauenarbeit und hob die Gradlinigkeit von Marga Trede hervor. „Landfrauen machen – weil es wichtig ist, auf den Höfen, im Ehrenamt und in den Gremien.“

Als „Steinburger Deern“ dankte Marga Trede dem Kreis- und den elf Ortsvereinen für ihre engagierte Arbeit. „Die Zukunftsfähigkeit unserer Dörfer hängt stark von Frauen ab, dazu gehört, junge Frauen vor Ort in Arbeit zu bringen und da zu halten.“ Trede wies auf das Jahresmotto 2017 „Chancengleichheit“ hin. „Die Nahversorgung ist längst nicht mehr überall gegeben, die Wege werden länger, die Bevölkerung immer älter.“

KreisLandFrauenTag 2016
Martina Greve und Meeno Schrader

Nach einer gemeinsamen Kaffeetafel referierte Meeno Schrader über die Chancen und Risiken des Klimawandels. Der Meteorologe erklärte Wetter und Klima anhand der aufgezeichneten Werte im Zeitraum von 1961 bis 1990. Der mittlere Wert der globalen Erwärmung beträgt +0,9°C, in Deutschland +1,1°C. „Wir sind mitten drin im Klimawandel.“ Hochrechnungen ergeben, dass in Schleswig-Holstein bis zum Jahr 2040 ein Temperaturanstieg von +1,1°C zu verzeichnen ist, möglicherweise sogar bis zu 2°C. Der Klimawandel hinterlässt bereits mit großer Trockenheit und Dürre sowie Starkregen und Überschwemmungen seine Fußabdrücke. Die Gewitter bringen immer größere Wassermengen, Windhosen und Hagelschlag. „Extremereignisse nehmen zu, Witterungen werden noch unberechenbarer und alte Statistiken verlieren ihre Gültigkeit.“ Der Wetterexperte fasste zusammen: „Klimawandel ist eine besondere Herausforderung für die Landwirtschaft, es hilft nur Anpassen, Entgegenwirken und Umdenken.“

Den feierlichen Rahmen des Kreis-Landfrauen-Tages in Heiligenstedten nahm Marga Trede zum Anlass, Margrit Bunge vom Landfrauenverein Horst zu ehren. Die Präsidentin des Landfrauenverbandes Schleswig-Holstein zeichnete Margrit Bunge für ihr ehrenamtliches Engagement im Landfrauenverein mit der Silbernen Ehrennadel mit den Schleswig-Holstein Farben aus. „Sie haben durch ihre Arbeit den Verein außerordentlich mitgestaltet und vorangetrieben“, sagte Trede in ihrer Laudatio. Nach einem Jahr als stellvertretende Vorsitzende übernahm Margrit Bunge 2002 den Vorsitz, den sie bis zu diesem Jahr innehatte. „Nebenbei“ arbeitet die Landfrau aktiv am Archiv der Gemeinde Horst mit und bietet als Dozentin handwerkliche Kurse im Strümpfe stricken an.

Ehrung KreisLandFrauenTag 2016

Foto, sko: v.li. Präsidentin Marga Trede, Margrit Bunge, Kreisvorsitzende Martina Greve

 
 

Tag des offenen Hofes bei Familie Krey

„Wir haben auf gutes Wetter und dann viele Gäste gehofft“, sagt Stefanie Krey rückblickend. Sie stellte mit ihrem Mann Sven beim Tag des offenen Hofes den gemeinsamen Betrieb in Wewelsfleth-Hollerwettern/ Kreis Steinburg vor und war überwältigt von der großen Resonanz.

Stefanie Krey ist Mitglied im Vorstand des LandFrauenKreisverbands und gehört dem LandFrauenVerein Wilstermarsch an, mit dem sie beim Hoftag eng zusammenarbeitete.
Bereits vor dem offiziellen Beginn waren zahlreiche Gäste gekommen, um sich bei einem Landfrauen-Frühstück vom zu stärken. Auf dem kompletten Hofgelände zeigten sich kunsthandwerkende LandFrauen, aber auch Thies Lindemann aus St. Margarethen war mit seiner mobilen Schmiede vor Ort und der Landjugendverein Wilstermarsch hatte Aktionen aufgebaut. Der KreisLandFrauenverband und der Kreisbauernverband stellten ihre Arbeit vor und sich den Fragen zur aktuellen Lage in der Landwirtschaft.

Peter Mau-Hansen und Jan Beimgraben informierten über den Kreisbauernverband

Peter Mau-Hansen und Jan Beimgraben informierten über den Kreisbauernverband

Die Bundestagsabgeordnete (SPD) Dr. Karin Thissen aus Itzehoe ist im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft tätig und bereiste gleich vier Höfe am Aktionstag. Sie unterhielt sich mit Antje Starck und Waltraud Schümann vom KreisLandFrauenvorstand und erwarb ein LandFrauenkochbuch.

Karin Thissen erwarb bei Antje Starck und Waltraud Schümann ein Landfrauen-Kochbuch

(v.li.) Karin Thissen erwarb bei Antje Starck und Waltraud Schümann
ein LandFrauenkochbuch

Die Landfrauen hatten in der Diele ihr Café aufgebaut und waren mit zirka 12 Frauen wechselnd im Einsatz. Sie versorgten die Gäste mit Kaffee, frisch gebackenen Waffeln und über 30 Kuchen und Torten.

 
 

Jahresversammlung 2016

Der Kreislandfrauenverband Steinburg hielt seine Jahresversammlung im Restaurant „Klosterbrunnen“ in Itzehoe ab. Die Vorsitzende Martina Greve begrüßte dazu nicht nur zehn der elf Landfrauenvereine, sondern auch Petra Poetke, Präsidiumsmitglied im Landesverband.

In ihrem Jahresrückblick erzählte Martina Greve von zahlreichen Vereinsjubiläen, aber auch den Problemen, mit denen einige Ortsvereine zu kämpfen haben. In einigen Vorständen war es zu Veränderungen gekommen, so konnte Margret Bunge vom Verein Horst als Vorsitzende verabschiedet und Helga Harmke als neue Vereinsleitung begrüßt werden. Beim Verein Sarlhusen schied Renate Seppmann aus dem Vorstand aus, Monika Jung übernahm den Posten. Der Verein Itzehoe wird sich voraussichtlich zum Jahresende auflösen (wir berichteten), wenn für Marion Hintz keine Nachfolgerin gefunden wird. Die ehemaligen Vorsitzenden erhielten Blumenkörbe zum Abschied.

Verabschiedung der ehemaligen Vorsitzenden

v.li. Marion Hintz und Margret Bunge wurden von Martina Greve verabschiedet

Doris Olschewski legte die Statistik für das abgelaufene Geschäftsjahr vor, wobei der Schriftführerin allerdings die Daten von drei Vereinen noch nicht vorlagen und somit nicht berücksichtigt werden konnten. In acht von elf Steinburger Landfrauenvereinen sind 1973 Mitglieder organisiert und es wurden 163 Veranstaltungen mit 6678 Teilnehmern durchgeführt. Martina Greve bat um pünktliche Abgabe von Daten und Bekanntgabe von Terminen. „Außerdem sollten sich die Vereine zu den anstehenden Sitzungen und Versammlungen bitte anmelden und ihre Teilnahme absagen, wenn sie verhindert sind“, mahnte die Kreisvorsitzende.

Bei den anstehenden Wahlen wurde Doris Ehlers neu in das Amt der Kassenprüferin benannt. Im nächsten Jahr soll eine Steinburger Landfrau in das Amt der Beisitzerin im Landesverband gewählt werden. Petra Poetke warb für den interessanten Posten und stellte die Aufgaben kurz vor. Sie konnte berichten, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel ihr Kommen zum Deutschen Landfrauentag am 6. Juli in Erfurt zugesagt hat. Für die Fahrt sind noch einige Plätze frei, die Ortsvereine geben Auskunft. Der Schleswig-Holsteinische Landfrauentag findet am 11. Mai in Neumünster statt. Verbindliche Anmeldungen werden noch bis zum 20. April entgegengenommen.

Der Kreislandfrauenverein wird sich am 17. September bei den Feierlichkeiten zum Stadtjubiläum in Glückstadt präsentieren und sich außerdem beim Tag des offenen Hofes am 22. Mai auf dem Betrieb von Stefanie und Sven Krey in Hollerwettern vorstellen.

 
 
 

LandFrauenVerein Wilstermarsch jetzt 400 Mitglieder stark

Der Kreislandfrauenverband Steinburg führte während der Jahresversammlung umfangreiche Wahlen durch. Die Vorsitzende Martina Greve begrüßte dazu die Landfrauen-Präsidentin Marga Trede. Dach einem kurzen Jahresrückblick wurde Martina Greve in ihrem Amt bestätigt. Anke Graf hatte nur für ein Jahr den Posten der zweiten Vorsitzenden übernommen. „Das macht so viel Spaß, ich würde gerne weiter machen“, sagte Graf und wurde ebenso einstimmig gewählt, wie Stefanie Krey auf den Platz der dritten Vorsitzenden. Doris Olschewski wurde als Schriftführerin wieder und Ellen Fischer aus dem Verein Kollmar als Beisitzerin neu gewählt.

Jahreshauptversammlung 2015

Als Vorzeigeverein wurde der Ortsverein Wilstermarsch von gewürdigt. Der Verein konnte in diesem Jahr das 400. Mitglied begrüßen und nimmt an dem vom Deutschen Landfrauen-Verband ausgelobten Wettbewerb „Mitgliederentwicklung“ teil.

Nicht jeder Verein kann mit diesen Zahlen mithalten, oft fehlt es auch an Freiwilligen, die ein Amt übernehmen wollen. Martina Greve schlug vor, neue Wege zu gehen und Gäste zu Vorstandssitzungen einzuladen und mit in die Vorstandsarbeit einzubeziehen um für ein Amt zu sensibilisieren. Marga Trede riet zum persönlichen Gespräch und Aktionen bei Stadtfesten.

Jahreshauptversammlung 2015

Marga Trede (re) gratulierte dem neuen Vorstand (v.li) Stefanie Krey, Anke Graf,
Waltraud Schümann, Doris Olschewski, Antje Starck, Ellen Fischer, Martina Greve

Die Präsidentin berichtete, dass der Verein zur Förderung der Weiterbildung im Landfrauenverband Schleswig-Holstein sein 25-jähriges Jubiläum feiert und dass die Ausstellung „Frauengeschichte“ im Freilichtmuseum Molfsee weitergeführt wird.

 

„Alles Märchen - Insider packen aus“

Der Kreis-Landfrauen-Verband Steinburg hatte zu einem Frühstück in den Gasthof „Zur Erholung“ in Heiligenstedten eingeladen und die Vorsitzende Martina Greve freute sich, zirka 180 Teilnehmerinnen begrüßen zu können. Ehrengast war die ehemalige Ministerpräsidentin und Ehrenbürgerin Schleswig-Holsteins, Heide Simonis, die mit ihrem Mann Udo angereist war.

Heide Simonis, die seit einigen Jahren an Parkinson leidet, las aus ihrem Buch „Alles Märchen - Insider packen aus“. „Ich will ihnen nichts aus meinem politischen Leben erzählen, das ist so oft in den Medien gewesen, sie kennen mich vermutlich besser, als ich mich selber“, erklärte die Autorin. Sie hat bekannte alte Märchen neu geschrieben – modern und aus Sicht eines der Protagonisten. Da möchte der Froschkönig gar nicht von der verwöhnten Prinzessin geküsst werden und auch der Hund von den Bremer Stadtmusikanten hat so seine Probleme.

Heide Simonis erzählte lebhaft von ihrer Kindheit, Erlebnissen mit ihrer Familie und stellte klar: Rheinländer sind etwas Besonderes und Bonn die schönste Stadt. „Wenn sie meine Geschichte hören, wissen sie, warum sich die Leute so entsetzen, wenn wir unseren Humor auspacken.“ Mit rheinischem Charme berichtete sie von der Beerdigung ihres Onkel Fritz und dem Badetag, an dem nach der Familie noch die Wäsche, je nach Verschmutzungsgrad, „ab in die Bütt“ kam.

Martina Greve und Heide Simonis

Martina Greve (li) im Gespräch mit Heide Simonis (Foto Sabine Kolz)

 

Ganz uneitel ging sie über kleine Schwächen beim Vortragen, die ihrer Krankheit geschuldet waren, hinweg und sorgte mit der Sammelleidenschaft und dem Geiz ihrer Mutter sowie dem wöchentlichen Speiseplan für Lacher im Saal.
 

Unterwegs zu neuen Chancen – Eine Chance für Kinder

Unter diesem Motto der Schirmherrin Bettina Wulff stand die Veranstaltung zum 60-jährigen Jubiläum der KreisLandfrauenVerbandes Steinburg. 102 Frauen trafen sich zur Abendwanderung am 24. Juni am Ehrenmal in Kremperheide, um das Gebiet der Nordoer Heide zu durchwandern. In drei Gruppen aufgeteilt, ging es vorbei an den Deckmannschen Kuhlen, die bis 1986 als Sandabbaugebiet genutzt wurden.

Wanderung

Seit dem Jahr 2000 ist die östlich gelegene Kuhle als erfrischendes Badegewässer freigegeben und wird von den Familien in Kremperheide oft genutzt. Das Gebiet der Nordoer Binnendünen umfasst ca. 390 ha und wurde früher als Truppenübungsplatz genutzt. Die Bundeswehr hat eine Reihe befestigter Wege in der Heidelandschaft hinterlassen, die jetzt auch bei nassem Wetter gut als Spazierwege oder für Wanderungen genutzt werden können. Heute werden Galloways, Highlands und Exmoorponys eingesetzt, um den Bewuchs auf den Flächen kurz zu halten. Die Stiftung Naturschutz SH setzt sich dafür ein, dass naturgemäße Grund- und Bodenwasserstände sowie nährstoffarme Verhältnisse erhalten werden. So trifft man bei einer Wanderung auch zum einen auf Sandheiden mit Heidekraut und Ginster, aber auch auf Eichen- und Birkenwälder sowie kleine Tümpel.

Nach der zweistündigen Wanderung stärkten sich die Landfrauen gemeinsam mit Gemüsesticks, Würstchen und leckeren Dips in den Räumen des TSV Kremperheide. Der Erlös der Abendveranstaltung wird auf das Sonderkonto des Deutschen LandFrauenverbandes überwiesen und dient dazu, die Lebensbedingungen sozial benachteiligter Mütter und Kinder nachhaltig zu verbessern.